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767 Remeseb
27.01.11 06:38
Wohin ziehn die Lebensfunken,
wenn das Sein zum Nichts sich neigt,
sind sie mit dem Leib versunken,
wenn die Stimme stirbt und schweigt?

Geht der Geist auf eine Reise,
wenn das Auge schließlich bricht,
oder nimmt der Tod ganz leise
mit der Kerze auch das Licht?

Weißt Du, wo die Seelen bleiben?
Wer gibt auf ihr Leuchten Acht?
Wenn wir in das Dunkel treiben,
wartet eine Lichternacht?

Bleiben wir nach letzten Schmerzen,
wenn der Körper schon verdirbt,
noch am Leben in den Herzen,
bis die letzte Liebe stirbt?

Keiner kann die Antwort geben,
weil kein Ton herüber klingt.
Schenk dem Leben drum mehr Leben,
bis die Nacht dich niederringt.

Fahr, auch wenn die Stürme stieben,
mutig durch des Lebens Gischt,
lieb die Menschen, die dich lieben,
dass dein Licht nicht früh verlischt.

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766 Remeseb
27.01.11 06:35
Achtsamkeit - Vorsicht

Nicht alles, das auf Anhieb geht,
ist ganz des Leichtsinns unverdächtig,
oft zeigt ein Schweigen sich beredt,
sind Angst und Zweifel übermächtig.

Geht alles scheinbar wie geschmiert,
nimm dir doch Zeit, es zu betrachten,
mit etwas Abstand reflektiert,
lässt sich manch böser Geist entmachten.

Beizeit ein kleiner Schritt zurück,
heißt trotzdem hin zum Ziel zu streben,
denn ohne einen klaren Blick
zielt man zwar gut, doch oft daneben.

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765 Remeseb
27.01.11 06:31
Wen anders

Ich kann dich nicht zum Maßstab machen,
ob manch Erlebnis, statt zum Lachen,
im Wirklichkeit zum Weinen ist,
weil Du für meines Lebens Sachen
zumeist auch nicht die Quelle bist.

Ich würde auch zuviel verlangen.
Vermutlich wärest Du befangen,
weil Du auf mich mit Augen schaust,
die liebend um mein Schicksal bangen,
wenn mich des Lebens Sturm umbraust.

Ich will mich deshalb nicht verstellen,
denn Du sollst dich dem zugesellen,
der ich in meiner Bipolar-heit bin,
damit Du in des Lebens Schnellen
mir mehr bist als Besucherin.

Ich will nicht zögernd radebrechen,
zeig mich auch mit meinen Schwächen,
dass Du nicht blind Gefühle gibst
und mich, oft ambivalenter Versprechen,
am Ende als wen anders liebst.

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764 Remeseb
27.01.11 06:28
Ziellos

Was Du kannst, das willst Du nicht,
was Du willst, das kannst Du nicht.
Was Du musst, soll ganz allein
Inhalt Deines Lebens sein.

Was Du suchst, das kriegst Du nicht,
was Du kriegst, das suchst Du nicht.
All die Dinge, die Du hast,
sind statt Freude, Dir nur Last.

Was Du liebst, das mag Dich nicht,
was Dich mag, das liebst Du nicht,
bis Du Dir ganz sicher bist,
dass Dein Glück unmöglich ist.

Sterben willst Du jetzt noch nicht,
Leben kannst Du scheinbar nicht.
Ziellos fährt Dein Lebensboot,
denn des Käptns Herz ist tot
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